Bosnien – Herzegowina / Kroatien - Neunundfünfzigster Tag, Freitag, 19.06.2026
Über die Grenze zum Mercedes
Von Prosusje aus waren es nur wenige Kilometer bis zum Grenzübergang nach Kroatien. Allerdings waren die letzten Kilometer auf einer staubigen, unbefestigten Straße zurück zu legen. Dann plötzlich Stau, eine große Fahrzeugschlange bewegte sich nur langsam vor zum Grenzübergang. Verständlich eigentlich, denn Kroatien hat nun eine EU – Außengrenze und da muss gründlich kontrolliert werden.
Ca. 500 Meter vorher einige Container und eine Baustelle, die darauf schließen ließ, dass hier eine neue Grenzübergangsstelle gebaut werden soll oder sollte, denn momentan wies nichts darauf hin, dass hier weitergebaut wird. Laut Internet könnte die Baustelle aber auch mit einer neuen Schnellstraße zwischen Mostar und Kroatien zusammen hängen. Wir wissen es nicht.
Nach einer dreiviertel Stunde Wartezeit war auch dieser Grenzübergang passiert, der Neunte auf unserer Reise, auch hier ging die Abfertigung recht zügig.
Bald schon hatten wir die Stadt Imotski erreich und hier gibt es in einer Straßenkurve ein etwas kurioses Denkmal, einen aus Stein gehauenen Mercedes W 123 Strich 8. Dieses Mercedesmodell ist wohl das unverwüstlichste Fahrzeug von Daimler Benz und da früher viele Gastarbeiter in Stuttgart bei Daimler Benz gearbeitet hatten, haben sie ihm hier in ihrer Heimatstadt ein Denkmal gesetzt.
Zum blauen und roten See
Von Recherchen im Internet wusste ich von der Existenz zweier Dolinen, also Einbruchskratern, in der Umgebung von Imotski, die wir uns noch anschauen wollten. Durch enge Gassen ging es zu einer Parkmöglichkeit und von dort zu Fuß zum blauen See.
Sehr eindrucksvoll liegt er in der Tiefe, umgeben von hohen Felswänden.
Nicht minder beeindruckend ist der rote See etwas außerhalb der Stadt, der aufgrund des rötlichen Gesteins der ihn umgebenden Felswände diesen Namen bekommen hat. Er gilt mit einer Tiefe von über 550 Metern als tiefste Doline der Welt.
Wir hielten in einer Parkbucht direkt am Krater an, von wo aus man einen beeindruckenden Blick in dieses tiefe Loch werfen konnte.
Unfreiwilliger Halt vor Knin
Dann ging es weiter, wir hatten noch über 200 Kilometer zu fahren bis zu unserem heute anvisierten Ziel, einen Campingplatz am Meer bei Biograd na Moru. Auf gut ausgebauter Straße ging es dahin, die hier meist unspektakuläre Landschaft zog an uns vorbei, die Klimaanlage ließ uns die draußen herrschende Hitze von 35 Grad nicht spüren.
Etwa 12 Kilometer vor der Stadt Knin auf guter Straße plötzlich ein dumpfer Knall, den wir nicht zuordnen konnten. Dann ein lautes Rollgeräusch der Reifen und daraufhin bemerkte Beate, dass der Wagen leicht nach links zog. Gottseidank war da auch gleich ein Parkplatz den wir ansteuern konnten.
Sofort fuhren wir den nächsten Parkplatz gegenüber einem Gasthaus an der Straße an. Die Inspektion der Reifen ergab auf der linken vorderen Seite einen Plattfuß.
Was nun?
An Bord befindet sich ein Reifenreparaturgerät, das eine Dichtflüssigkeit in den Reifen pumpt, wodurch ein evtl. Loch so abgedichtet wird, dass man noch bis zur nächsten Werkstatt fahren kann.
Ich setzte dieses Gerät an und tatsächlich pumpte sich der Reifen wieder etwas auf, allerdings bekam er seitlich einige ballonartige Auswölbungen. Das sah nicht gut aus.
Ich fuhr ein paar Meter mit dem Wagen, stieg aus und wir sahen, wie sich eine Auswölbung immer mehr vergrößerte und dann mit einem lauten Knall den Reifen zerriss.
Hilfe kam sofort
Der Knall war so laut, dass ihn auch Leute von der gegenüberliegenden Seite beim Restaurant gehört hatten und zu uns herüber kamen. Ein junger Mann konnte etwas Englisch und bot sofort an, einen Freund und Automechaniker anzurufen, um uns zu helfen. In zwei Stunden könne er da sein.
Wir nahmen das Angebot dankend an und setzten uns dann in den Restaurantgarten und warteten.
Tatsächlich erschienen gegen viertel nach sechs zwei Männer, schraubten sofort das Rad ab und nahmen es mit ins elf Kilometer entfernte Knin.
Wir überbrückten die nochmalige Wartezeit mit der Einahme eines Abendessens im Restaurant und kaum waren wir fertig, erschienen die Männer wieder und erklärten die Fertigstellung der Reparaturarbeiten.
Zwar war es nicht der gleiche All-Terrain-Reifen den wir drauf hatten, aber ein zumindest gleich großer und guter Reifen, mit dem wir nun unsere Fahrt fortsetzen konnten. Wir bedankten uns bei allen recht herzlich, übergaben den Lohn und die Kosten des Reifens und konnten dann auf einen schönen Stellplatz am Ufer des Flusses Krka in der Stadt Knin parken.
Netter Weinabend am Fluss
Hier trafen wir auf eine alleinreisende Frau, die mit ihrem Kastenwagen und drei Hunden und einer Katze unterwegs war und im Auto lebt. Wir luden sie zu einem Glas Wein auf einer Sitzgruppe am Flussufer ein und unterhielten uns bis es dunkel geworden war.
Für sie war es nach lange Zeit mal wieder eine Möglichkeit, sich mit anderen Menschen auszutauschen. Sehr dankbar war sie dafür, dann verabschiedeten wir uns und gingen schlafen.
Touren – Informationen
Gefahrene Kilometer: 151,2 km
Google-Landkarte: Von Bosnien nach Kroatien
Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 44.033 157
Längengrad: 16.190 826












Das ist dann ja glimpflich abgegangen mit dem Reifen 🥳
Hilfsbereit sind die Balkanbewohner im allgemeinen immer 😊